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Handaufzucht von Degus



Nachstehend findet Ihr Erfahrungsberichte unserer Besucher zur Handaufzucht von Degus. Lediglich der Bereich, welche Milch genau verwendet werden sollte, ist ein wenig umstritten. Es gab Anmerkungen, daß Kuhmilch zu Durchfall führen kann. Allerdings haben wir hier noch nicht von negativen Erfahrungen gehört. Wer jedoch auf Nummer Sicher gehen möchte, verwendet Säuglingsersatz- oder Welpenersatzmilch.

Aufzucht von Deguwaisen
(Wir bedanken uns für diesen Artikel und das Foto ganz herzlich bei Irina Ruf!)

Obwohl man in der Fachliteratur immer wieder lesen kann, daß es bei Degugeburten in der Regel keine Probleme geben soll, kann es trotzdem zu Komplikationen kommen. Was also tun, wenn das Muttertier stirbt oder eingeschläfert werden muß?

Da Degus - im Gegensatz zu Hamstern, Ratten und Mäusen - mit Fell und geöffneten Augen auf die Welt kommen, ist es gar nicht so schwer, sie mit der Hand aufzuziehen. Man braucht nur etwas Geduld und viel Zeit. Wenn die verwaisten Degus noch einen Vater oder Tanten, Onkel etc. haben, sollte man sie auf gar keinen Fall von ihren Artgenossen trennen! Man wird beobachten können, daß die anderen Degus sich liebevoll um die Babys kümmern, sie wärmen, pflegen und sich sogar an Zitzen und Penis benuckeln lassen, obwohl sie ja keine Milch geben! Gibt es keine weiteren Artgenossen, dann sollte man sich auch zwischen den Fütterungen intensiv um die Babys kümmern. Beliebt ist das Rumgetragenwerden in einer Brusttasche oder in der Hand. Außerdem werden solche Degus ihren Pflegeeltern gegenüber sehr anhänglich.

a) Dauer und Häufigkeit der Fütterungen

Degubabys werden von der Mutter etwa vier Wochen lang gesäugt; sie beginnen aber schon nach wenigen Tagen, auch festes Futter zu beknabbern. Daher sollte man diesen Zeitraum auch einhalten, den kleinen Degus aber durch Zugabe von Trockenfutter und kleinen Gemüsestückchen auch die Möglichkeit zur Erkundung anderer "Geschmackrichtungen" geben. Obwohl ein Deguweibchen seine Jungen nur etwa dreimal am Tag säugt, muß man als Ersatzmama die Babys etwa alle 3-5 Stunden füttern. Die genauen Zeitintervalle hängen vom Alter der Degus, von der Wurfgröße und damit von ihrem Entwicklungszustand und von den persönlichen Vorlieben der kleinen Monster ab. Für den Hunger der Degubabys muß jeder einfach ein eigenes Gespür entwickeln. Man läßt sie am besten solange trinken, bis sie satt sind. Ganz wichtig ist, daß die Fütterungen zumindest am Anfang auch nachts erfolgen!

b) Zusammensetzung und Verabreichen der Ersatzmilch

Das wichtigste Utensil für die Handaufzucht von verwaisten Degus ist eine Plastikpipette (Apotheke, Laborzubehör etc.). Ganz wichtig: keine Glaspipetten benutzen, da gierige Degus gerne beim "Säugen" in die Pipette beißen und somit Verletzungsgefahr besteht! Außerdem brechen Glaspipetten leicht ab! Als Deguersatzmilch hab ich sehr gute Erfahrung mit einem Gemisch aus Kuhvollmilch und Sahne im Verhältnis 1:1 gemacht. Die vielgerühmte Kondensmilch halte ich hingegen für nicht sehr geeignet! Das Gemisch sollte handwarm sein und natürlich alle paar Stunden frisch zubereitet werden. Man kann auf 100 ml Ersatzmilch auch noch 1-2 Multivitamintropfen (aus der Apotheke) geben. Für die Fütterung nimmt man nun einen kleinen Degu in die Hand, hält ihm die gefüllte Pipette an das Mäulchen und läßt durch sanften Druck auf das Pipettenende Milch austreten . Aber nicht zu stark drücken, da sich der Degu sonst verschlucken kann oder die Milch in seine Nase gelangt! Beim ersten Versuch wird es etwas dauern bis der Winzling kapiert, daß da auch Milch rauskommt. Man braucht eben etwas Geduld. Haben die Degubabys das alles aber erst mal begriffen, dann halten sie die Pipette sogar ganz gierig mit den Pfötchen fest.

c) Noch ein paar wichtige Tipps!

Man sollte auf gar keinen Fall die einmal gewählte Zusammensetzung der Ersatzmilch ändern. Bei einem solchen Wechsel (z.B. Ersatz der Sahne durch Kondensmilch) kann es zu Verdauungsstörungen mit Todesfolge kommen! Von Anfang an sollte man darauf achten, ob die Degubabys auch koten. Ein guter Stuhlgang, der bei Degubabys weich und ockerfarben ist, spricht nämlich für eine gute Verdauung und damit für eine erfolgreiche Aufzucht. Um die Verdauung zu fördern kann man nach der Fütterung ganz vorsichtig und sanft das Bäuchlein kurz massieren. Da Degubabys wegen ihrer geringen Größe sehr leicht auskühlen, empfiehlt es sich - vor allem, wenn sie ohne weitere Artgenossen aufwachsen - eine Rotlichtlampe neben dem Käfig aufzustellen. Wenn ein anderes Deguweibchen Junge in einem vergleichbaren Alter hat und beide Würfe nicht zu groß sind, kann man auf jeden Fall versuchen, die Waisen dem säugenden Weibchen unterzujubeln. Vielleicht hat man ja Glück und es funktioniert. Man sollte aber auf jeden Fall darauf achten, ob auch alle Babys genug Milch abbekommen.

Viel Erfolg!
Bei akuten Problemen oder weiteren Fragen: Mail an Irina Ruf


Hier ein weiterer Beitrag zum Thema Handaufzucht! Vielen Dank an Silke!

Handaufzucht von Degu-Babys

Wie Irina Ruf schon in ihrem Bericht geschrieben hat, kommt es leider viel zu oft zu Komplikationen bei der Geburt.

Was also tun?

Auf keinen Fall aufgeben!

- Zusammensetzung der Ersatzmilch:
1/2 Pipette Milch
1/4 Pipette Sahne
1/4 Pipette Fencheltee (sehr wichtig!)

* Milch: zum Aufbau der Knochen usw. Enthält viele lebenswichtige Vitamine!
* Sahne: damit sie auch genug Fett bekommen, und zu Kräften kommen!!
* Fencheltee: für eine gute Verdauung!!!

- Dauer der Fütterung:
Anfangs habe ich alle 1,5 Stunden gefüttert. Nach etwa einem Tag auf alle 2 Stunden verlängert. Da aber jedes Degu-Baby anders ist, muß jeder selbst herausfinden, wie oft und in welchen Abständen gefüttert werden soll, kann. Ich kann nur Anhaltspunkte geben! Aber glaubt mir, das findet man sehr schnell raus!

In Fachliteratur steht geschrieben, das ein Degu-Weibchen ihre Jungen etwa 6 Wochen säugt. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Allerdings fangen die Kleinen auch früh an feste Nahrung zu fressen. Junior hat damit etwa mit 2 Wochen begonnen. Aber auch hier gibt es unterschiede. Die einen beginnen früher die anderen später! Von da an habe ich die Fütterungszeiten auf alle 4 - 5 Stunden rausgezögert!

Bei der Absetzung muss man auch wieder Gefühl zeigen. Ich selbst habe aufgehört als Junior 6 Wochen war. Hier verlängert man am besten anfangs um 8 Stunden. Dann auf 16 Stunden usw. Irgendwann lässt man dann die Milch ganz weg. Hier gilt aber - immer die Kleinen beobachten. Zeigen sie Mangelerscheinungen, sofort wieder beifüttern!

Alles andere habe ich gleich gemacht, wie Irina Ruf!

Bei Fragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung!

Silke


Den nachstehenden Bericht bekamen wir von Uli! Ich hatte selbst das Vergnügen, ein Video von ihren kleinen Degus zu sehen und freue mich sehr, dass sie uns nun noch die nachstehenden Zeilen über ihre Erfahrungen und auch Bilder zur Verfügung stellte!

Deguleid - Degufreud

1. Vorgeschichte
Eigentlich hatten wir zwei Deguweibchen erstanden, wie uns die Dame im Fachhandel bestätigte. Die beiden lebten sich gut bei uns ein und wurden recht zutraulich. Wir wunderten uns über die unterschiedlichen Temperamente: Während Treets den ganzen Tag lang mit Fressen beschäftigt war und so immer pummeliger wurde, war Twix der geborene Sportler. Doch dachten wir nicht genauer darüber nach...

2. Die Überraschung
Im April ließen wir die beiden dann für ein Wochenende allein. Als wir zurückkamen trauten wir unseren Augen kaum: Treets hatte Nachwuchs bekommen - 4 winzige Degubabys tummelten sich im Käfig.

Das war der erste Moment, in dem ich das Internet zu Rate zog. Normalerweise gibt es keine Probleme, hieß es da und so beobachteten wir gespannt, wie die Kleinen sich bewegten.

3. Des Dramas erster Teil
Am nächsten Tag das böse Erwachen: Treets, die Mutter, warf und krümmte sich im Käfig. Wir nahmen an, dass sie noch ein Baby im Bauch hätte, packten den Käfig samt Degufamilie und fuhren zur 30km entfernten Kleintierklinik. Nach der Fahrt lag ein fünftes nacktes Degubaby tot im Käfig. Die Tierärztin stellte fest, dass noch ein weiteres Baby im Bauch der Mutter sei. Nach kurzer Zeit spielte Twix Kreislauf verrückt und sie starb. Nun standen wir da, relativ ratlos, mit vier Winzlingen und dem mittlerweile ziemlich verstörten Deguvater. In der Tierklinik gab man uns zehn 1ml Spritzen ohne Kanülen und Katzenaufzuchtmilch (KMR, Milchaustauschfutter für Katzen, Alleinfutter, PetAg) mit und entließ uns mit den Worten "Versuchen sie es halt!"

4. Des Dramas zweiter, aber wesentlich schönerer Teil
Wieder informierte ich mich im Internet, las den wichtigen Tipp, dass man nur ja nie die Zusammensetzung der Nahrung ändern dürfe, außerdem seien die Kleinen warm zu halten.

Für Wärme war schnell gesorgt: Eine ins Handtuch eingeschlagene kleine Wärmeflasche plus Wärmelampe oberhalb des Käfigs sorgten für wohlige Temperaturen im Käfig.

Als Nahrung bekamen unsere Lieben Katzenaufzuchtmilch angerührt aus zwei Teilen warmem Wasser und einem Teil Milchpulver. Dieses Pulver hatten wir vom Tierarzt bekommen, die Dose zu knapp 20 Euro. Da es überall hieß man solle unter keinen Umständen die Zusammensetzung der Nahrung ändern, hielten wir uns daran, obwohl wir sahen, dass ähnliches Pulver im Zoohandel schon für die Hälfte zu haben ist.

Eines der Degubabies mussten wir nach jeder Fütterung, wegen einer von außen sichtbaren und anscheinend sehr schmerzhaften Verstopfung, mit warmem Kamillentee und Wattestäbchen behandeln. Deshalb ersetzten wir auch für die ganze Bande einen Teil Wasser durch einen Teil Fencheltee. Ein Unterfangen, das nicht so ganz einfach, aber erfolgreich war, denn sein Zustand besserte sich schnell.

Gefüttert wurde zunächst alle drei Stunden. Auch nachts. So saßen wir nach ein paar Tagen mit Augenringen und fütterten und fütterten und fütterten.

Der kleinste der vier Geschwister machte am zweiten Tag schon schlapp und starb in meiner Hand, die anderen drei aber entwickelten sich prächtig. So gaben wir nicht auf und spielten weiter Ersatzmutter für die drolligen Winzlinge, die sich in unseren Händen sehr wohl zu fühlen begannen.

Im Lauf der ersten fünf Wochen dehnten wir die Intervalle behutsam aus bis wir bei dreimal täglich waren. Nach drei Wochen ertappten wir die Bande immer wieder beim Mümmeln von Heu oder dem vorsichtigen Erkunden von Pellets.

Nach etwa 7 Wochen konnten wir aufhören zu Füttern. Die Degus waren ab der Entdeckung der Trinkflasche völlig selbstständig.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Twix, der Deguvater, sich rührend um seinen Nachwuchs kümmerte, die Kleinen wärmte und mit ihnen kuschelte.

Trotz des großen Aufwandes, war die Aufzucht der Kleinen für uns eine tolle Erfahrung, die wir niemals missen möchten.



Hinweise:
© 2014 - Sabine Götz