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Schniefnasen & Co: Atemwegserkrankungen

Atemwegserkrankungen sollten beim Degu nie auf die leichte Schulter genommen werden, da sie unbehandelt schnell den Tod des Tieres bedeuten können. Bei dem Verdacht auf eine Atemwegsinfektion bitte unbedingt ein Tierarzt aufsuchen!

Das erste Anzeichen einer Atemwegserkrankung ist häufig vermehrtes Niesen. Natürlich niest jeder Degu ab und an, z.B. wenn er Staub oder Wasser in die Nase bekommen hat, aber wenn dazu Nasenausfluss auftritt, liegt normalerweise eine Erkrankung vor. Oft bemerken wir es nicht sofort, da die Degus ihre Nase durch vermehrtes Putzen sauber halten. Manchmal, besonders bei klebrigem oder zähflüssigem Sekret, geht diese Reinigungsarbeit so weit, dass hinterher die Pfoten kahl sind. Häufig ist das Fell an den Pfoten entsprechend verklebt. Neben diesem "Schnupfen" kommt es möglicherweise auch zu einer Entzündung der Lidbindehäute und die Augen scheinen verklebt. Schreitet die Erkrankung voran, hört das betroffene Tier auf zu fressen und sitzt oder liegt häufig mit gesträubtem Fell apathisch im Käfig. Ist die Lunge betroffen, können knackende oder pfeifende Atemgeräusche zu hören sein und der Degu bekommt nur sehr schlecht Luft, atmet vermehrt durch das Maul. Ist es erst einmal so weit gekommen, ist die Prognose nicht sehr günstig.

Als Ursachen kommen sowohl virale, als auch bakterielle Erreger in Frage, die z.B. durch Zugluft, andere Erkrankungen, Stress oder ungünstige Haltungsbedingungen die Möglichkeit erhalten, die geschwächten Atemwege zu infizieren. Selten kommen auch parasitäre oder durch Schimmelpilze verursachte Erkrankungen vor. Leider gibt es für die viralen Erkrankungen keine ursächliche Therapie; der Tierarzt wird also versuchen, das Immunsystem des Degus zu stärken, damit es die Infektion selber bekämpfen kann und eventuell trotzdem ein Antibiotikum verabreichen, damit sich keine Bakterien auf den ohnehin schon angeschlagenen Schleimhäuten niederlassen.

Zur Bekämpfung der bakteriellen Erreger stehen Antibiotika zur Verfügung, die dem jeweiligen Erreger angepasst verabreicht werden können. Um  Nebenwirkungen durch die Gabe von Antibiotika im Rahmen zu halten, kann die bakterielle Darmflora durch die Gabe von Milchsäurebakterien stabilisiert werden. Zu diesem Zweck eignen sich z.B. Bene Bac; im Notfall können auch die frischen Köttel eines gesunden Artgenossen aufgelöst und verabreicht werden. Auch bei bakteriellen Erregern ist die Stärkung des Immunsystems wichtig. Falls der betroffene Degu nicht mehr frisst, sollte eine Zwangsernährung vorgenommen werden.

Bei parasitären Erregern oder Pilzerkrankungen muss der Tierarzt die Therapie dem Einzelfall anpassen.

Rotlicht

Zuhause kann man einiges tun, um dem kranken Degu Erleichterung zu verschaffen: Wichtig ist eine staubarme Einstreu (z.B. Hanfeinstreu, Euro-Lin) und eine warme, ruhige und zugluftfrei Unterbringung. Viele kranke Degus nehmen angebotene Wärme gerne an, bei Erkrankungen manchmal in Form von Rotlicht. Mehr Infos zu Wärmequellen im unteren Bereich auf unserer Seite zum Thema Käfigeinrichtung

Zur Erleichterung der Atmung können einige Tropfen eines milden, mentholfreien Inhalationsmittels für Säuglinge (z.B. Babix-Inhalat N) auf ein Tuch in der Nähe des Käfigs geträufelt werden. Diese Maßnahme ist nicht unumstritten, da es wie bei jedem ätherischen Öl u.U. zu Unverträglichkeiten kommen kann; in diesem Fall ist das Tuch natürlich unverzüglich zu entfernen. Es ist sinnvoll, die Luft mit aufgestellten Wasserschalen bzw. feuchten Tüchern auf dem Käfig anzufeuchten, das hilft den Schleimhäuten.

Auch kann man versuchen, den betroffenen Degu zur Inhalation in einer Transportbox neben einer Schale mit heißem (nicht kochendem) Wasser, in das etwas Salz gegeben wird, unterzubringen. Durch ein Handtuch wird versucht, den Dampf etwas in die Box zu leiten. Vorsicht vor Hitzestau, zudem sollte das Fell nicht durch den Dampf nass werden! Nach diesem Dampfbad verschlimmert sich das Niesen natürlich, da das Sekret nun abfließt und die Nase zu laufen beginnt. Wenn der Degu gut frisst, solltet ihr besonders auf vitaminreiche und etwas energiereichere Ernährung achten. Verweigert er die Nahrung, kann zugefüttert oder im schlimmsten Fall auch zwangsgefüttert werden. Mehr hierzu auf unserer gesonderten Seite.

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