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Fellprobleme

Von den hier aufgeführten Fellproblemen wird bei Degus am häufigsten berichtet. Leider können auch Pilze, Parasiten und andere Dinge Ursachen für die hier genannten Fellprobleme sein. Es ist also im Zweifelsfall immer ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen, besonders wenn die Haut gerötet ist, schuppt, juckt oder andere Auffälligkeiten zeigt!

1. Übermäßiges Kraulen
Degus sind sehr soziale Tiere und verbringen viel Zeit damit, sich gegenseitig zu kraulen. Gelegentlich wird dabei beobachtet, dass durch dieses häufige Kraulen und Beknabbern das Fell in der Gegend um die Ohren und/oder am Rücken vermehrt ausfällt (siehe Foto rechts). Beim so genannten "Fellfressen" wird diese soziale Handlung übertrieben durchgeführt, als Ursache wird meist Stress z.B. während oder nach einer Vergesellschaftung, dem Tod eines Tieres, Ortswechsel etc. vermutet. Manchmal hilft es, den Degus mehr Abwechslung zu bieten, evtl. größerer Käfig und das Ausschalten von Stressquellen (Lärm, andere Haustiere etc.) wirken oft Wunder. Fellfressen ist auch z.B. bei Chinchillas bekannt.

2. Kahle Pfoten
Sie treten bei Degus recht häufig auf und bisher ist der Grund in vielen Fällen nicht vollständig geklärt. Auf der Oberfläche der Vorderpfoten gehen die Haare aus, oft nur an einer Pfote und nicht bei allen Degus der Gruppe. Einige Degus wurden von Tierärzten mit Verdacht auf Pilze oder Ernährungsprobleme (besonders Mangel an essentiellen Fettsäuren) behandelt, beides scheint jedoch in den meisten Fällen nicht der Grund zu sein. Evtl. sind die Tiere selbst für den Fellverlust verantwortlich; es besteht der Verdacht, dass sich die Tiere das Fell selbst abkauen, z.B. bei Stress. Dies konnte zumindest von einzelnen Haltern beobachtet werden. Auf jeden Fall sind kahle Pfoten oft eher ein kleiner "Schönheitsfehler" und für die Tiere nicht weiter tragisch, sofern krankhafte Ursachen ausgeschlossen werden können.

Es gibt auch noch zwei Gründe, an die sicher nur wenige im ersten Moment denken werden - ein Atemwegsinfekt oder Beschwerden im Mäulchen. Gerade Degus mit Zahnproblemen sabbern häufig auch mehr oder weniger stark. Wischen sie sich mit den Pfoten dabei immer wieder über das Maul, reizt der Speichel und die Feuchtigkeit im Laufe der Zeit auch die Pfoten. Ähnlich sieht es bei einem Atemwegsinfekt bzw. einem laufenden Näschen aus. Daher sollte auch auf Auffälligkeiten in diese Richtung gedacht werden!

3. Dünn behaarter Bauch
Ältere Degus können in der Bauchregion schütteres Fell bekommen. Das kann bis zu kahlen Stellen führen, ist jedoch harmlos, soweit andere Ursachen ausgeschlossen sind.

4. Kahle Stelle über der Nase
Sie kommt meist vom Nagen an Gitternstäben o.ä. Dabei scheuern sich die Degus das Fell nach und nach ab. Viel Abwechslung mag die Degus evtl. vom Gitternagen ein wenig abhalten - meistens ist Gitternagen jedoch nicht vollständig "therapierbar" und, sofern es nicht stundenlang und stereotyp ausgeübt wird, nicht schädlich für die Tiere.

5. Parasitäre Erkrankungen und Pilze
Neben Bakterien und Viren können auch Parasiten Krankheitserscheinungen beim Degu hervorrufen. Die Parasiten kann man grob in zwei Gruppen gliedern, nämlich in die ⇒ Ektoparasiten (sie leben auf bzw. in der Haut und dem Fell des Degus) und die Endoparasiten (sie finden sich im Körper, vorwiegend im Darmtrakt). Aber auch Pilzerkrankungen können bei Degus vorkommen und zu Fellproblemen führen. Hierzu gibt es eine  ⇒ gesonderte Seite.