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Verletzungen und Abszesse

Bei allen Verletzungen und Abszessen ist das Sandbad aus dem Käfig zu entfernen. Je nach Schwere der Verletzung sollte auch staubiges Einstreu durch staubarme Produkte oder durch das Auslegen von Baumwolltüchern / Laken ersetzt werden.

Bissverletzungen
Bis
sverletzungen
treten nach Kämpfen zwischen Degus immer wieder auf, Fleischwunden können aber auch durch Gegenstände im Käfig oder im Auslauf entstehen. Degus haben gutes "Heilfleisch" und kleinere Wunden verheilen meist ohne Eingreifen des Menschen sehr schnell und problemlos. Ist die Wunde frisch, kann man diese mit einem milden alkoholfreien Desinfektionsmittel (z.B. Octeniseptspray, Rivanollösung) behandeln. Auch kleine Wunden sollten die nächste Zeit jedoch immer gut beobachtet werden, bei Verdacht auf eine Entzündung sucht bitte einen Tierarzt auf.

Bei größeren Wunden ist immer ein Besuch beim Tierarzt angezeigt. Meist erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika, ggf. in Verbindung mit einem Mittel zur Förderung der Wundheilung.

Bei schlecht heilenden Wunden wird manchmal das Mittel Kamillosan empfohlen. Doch die meisten Degus knabbern dadurch erst recht an Wunden herum, da die Stelle durch das Mittel brennt. Kamillosan enthält u.a. Alkohol, welcher von den Degus durch Ablecken aufgenommen wird. Auch schlecht heilende Wunden gehören vom Tierarzt beurteilt und behandelt.

Schwanzverletzungen
Der Schwanz der Degus ist besonders empfindlich - die Tiere daher niemals am Schwanz festhalten oder gar hochheben! Durch solche falsche Behandlung oder Unfälle im Käfig reißt häufig die Schwanzhaut ab (manchmal direkt der komplette Schwanz), der Rest trocknet in den meisten Fällen ein und wird anschließend meist vom Degu abgeknabbert bzw. fällt von selbst ab. Der Schwanz wächst nicht wie z.B. bei einer Eidechse nach. Tiere ohne bzw. mit verkürztem Schwanz sind normalerweise nur wenig eingeschränkt. Da der Schwanz normalerweise als Balancehilfe dient kommt es manchmal vor, dass sich "Stummelschwänzchen" etwas ungeschickter anstellen.

Wie kleinere Fleischwunden heilt auch der Verlust oder eine Verletzung des Schwanzes häufig ohne Probleme. Wie so oft gilt: Im Zweifelsfall bzw. bei Entzündungen, stark blutenden Wunden o.ä. immer sofort einen Tierarzt aufsuchen. Auf den Fotos könnt Ihr den Heilungsverlauf an einem Beispiel sehen. In diesem Fall gab der Tierarzt lediglich ein desinfizierendes Spray mit, welches die ersten Tage verwendet wurde. Die Wunde blutete anfangs sehr stark, wobei sich das betroffene Tier weiterhin vollkommen normal verhielt. Auf dem ersten Bild ist die Verletzung nur etwa eine halbe Stunde her, auf dem zweiten Bild 2 Tage, das Schwanzende beginnt einzutrocknen. Das dritte Bild entstand eine Woche danach, das letzte Bild nach einem Monat.

Abszesse
Ein Abszess ist eine vom gesunden Gewebe abgegrenzte Eiterung in einer so genannten Abszesshöhle. Die Ursachen und auch die Körperstellen, an denen er auftreten kann, ist vielfältig. So können Abszesse beispielsweise nach einer Kastration entstehen, durch einen entzündeten Zahn hervorgerufen werden oder auch nach einer Bisswunde oder dem Einspießen eines Fremdkörpers, wie z.B. eines Heuhalms oder Holzsplitters.

Die Behandlung eines Abszesses muss unbedingt in die Hand eines Tierarztes gelegt werden. Meist wird ein Abszess geöffnet und gereinigt, anschließend oder auch schon zuvor wird Antibiotika (häufig Baytril) und Schmerzmittel gegeben. Die Entscheidung über die richtige Behandlung legt der Tierarzt je nach Lage, Ursache und Größe fest. Abszesse heilen bei Degus meist deutlich besser ab, als es z.B. bei Kaninchen der Fall ist.