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Durchfall bzw. Verdauungsbeschwerden

Hat ein Degu Durchfall ist dies immer ein großes Alarmzeichen und es erlaubt kein Abwarten, sondern den direkten Gang zum Tierarzt. Die Ursache muss schnellstmöglich gefunden und entsprechend therapiert werden. Durchfall trocknet den kleinen Degukörper sehr schnell aus, was innerhalb kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen kann. Ist der Kot „lediglich“ weich, kann dies zunächst beobachtet werden. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass der Degu in dieser Zeit ausreichend trinkt. Hält weicher, matschiger Kot über mehrere Tage an, so ist auch hier ein Tierarztbesuch angezeigt. Der Kot auf dem nebenstehenden Bild ist normal geformt.

Für das Auftreten von Durchfall / weichem Kot gibt es eine Vielzahl von Ursachen:

Parasitenbefall
Hier kommen insbesondere Giardien und Kokzidien, ggf. auch Flagellaten in Betracht. Näheres dazu findet ihr unter Parasiten und Pilzerkrankungen

Hefen
Hefen sind immer in geringen Mengen im Darm vorhanden. Es kann jedoch zu einer starken Vermehrung mit daraus folgenden Durchfällen kommen. Dabei handelt es sich jedoch stets um eine Sekundärinfektion auf Grund von z.B. Parasitenbefall, Fütterungsfehlern oder auch Zahnerkrankungen. Von daher ist neben einer Behandlung der Hefen auch immer die Ursache zu ermitteln und zu therapieren.

Reaktion auf Antibiotikagabe
Durchfall auf Grund einer Unverträglichkeit eines Antibiotikums kommt selten vor. Voraussetzung hierfür ist die Gabe eines für Degus geeigneten Antibiotikums (z.B. Enrofloxacin, Marbofloxacin). Leider kommt es jedoch vor, dass Tierärzte nicht geeignete Antibiotika verabreichen (z.B. Penicillin, Amoxicillin), so dass entsprechende Unverträglichkeiten auftreten.

Fütterungsfehler
Falls sie nicht daran gewöhnt sind, reagieren manche Degus auf größere Mengen Grünfutter mit weichem Kot, bei einer Zwangsernährung mit Brei kann weicher Kot z.B. von Karottenbrei kommen und auch manch getrocknetes Gemüse, wie z.B. Tomaten, kann weichen Kot verursachen. Durchfälle treten bei partiellen Fütterungsfehlern eher selten auf. Bei einer falschen Ernährung mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydrathen (Getreide) und Zuckern (z.B. Knabberstangen mit Melasse) oder gar Milchprodukten (Joghurtdrops) über einen längeren Zeitraum, kann jedoch die Zahl der Hefen im Darm überhandnehmen und so Durchfälle auftreten (s.o.). Hinweise zur artgerechten Deguernährung findet ihr hier Ernährung.

Stress
Stress, insbesondere in Folge einer Vergesellschaftung oder eines Umzugs in eine neue Umgebung, kann ebenfalls weichen Kot verursachen. Auch hier sind Durchfälle eher nicht zu erwarten.

Vergiftung
In einem solchen Fall kann Durchfall durchaus auch eine sehr sinnvolle Reaktion des Körpers sein. Von daher therapiert bitte keinesfalls selber, indem versucht wird, den Durchfall mit entsprechenden Mitteln zu stoppen. Bei einer Aufnahme von Giftpflanzen hat der Durchfall ausleitende Wirkung, um den Körper möglichst schnell von dem Gift zu befreien. Stopfende Medikamente wären diesem Vorgang abträglich. Umso wichtiger ist hier jedoch eine umgehende und in kurzen Zeitabständen folgende Flüssigkeitszufuhr in Form von mehreren Infusionen bzw. allgemein die tierärztliche Betreuung.

Aufgeblähter Bauch (Tympanie)

Bei Magen-Darm-Problemen (Ursachen s.o.) kann es bei Degus zu einem aufgeblähten Bauch kommen. Auch bei Zahnerkrankungen und damit unnormalem Fressverhalten kann dies die Folge sein. Nachdem Degus keine Luft aus dem Darm ablassen können, sind derlei Blähungen außerordentlich schmerzhaft für das Tier. Bitte sucht deshalb umgehend einen Tierarzt auf, um die Ursache abklären zu lassen und dem Tier Erleichterung zu verschaffen. Hier kann eine Gabe von z.B. Sab Simplex, Lefax, Dimeticon Albrecht und/oder auch Bene Bac sowie zu Beginn der Behandlung auch etwas Schmerzmittel hilfreich sein. Andere mögliche Behandlungsvarianten wird ggf. der Arzt festlegen. Man sollte in der Zeit überwiegend Heu sowie getrocknete Blätter, Kräuter, Blüten füttern und kann (neben Wasser, welches immer zur Verfügung stehen muss) verdünnten Fencheltee anbieten. In jedem Fall ist ganz besonders darauf zu achten, nichts Blähendes zu füttern.