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Parasiten und Pilze

Ektoparasiten (Parasiten, die auf der Körperoberfläche seines Wirtes leben)
Degus sind grundsätzlich wenig anfällig für einen Befall mit Ektoparasiten. Meist sind immungeschwächte oder alte Tiere betroffen, weshalb mit einer artgerechten Haltung und Ernährung vielfach bereits vorgebeugt werden kann. Zu den Ektoparasiten, die sich auf Degus finden, gehören Haarlinge, Milben und Läuse. Sehr selten verirrt sich auch mal ein Floh. Oft findet man bei genauerer Charakterisierung die eingeschleppten Ektoparasiten anderer Tiere (Haarlinge der Meerschweinchen, Läuse der Ratten oder rote Vogelmilbe durch brütende Wildvögel in Hausnähe - insbesondere Spatzen). Zu den Symptomen eines Ektoparasitenbefalls gehören: Haarausfall, Juckreiz, starke Unruhe bis hin zu anfallsartigen Krämpfen, Abmagerung, Krusten und Kratzekzeme sowie Veränderungen der Hautstruktur. Manchmal lassen sich die Parasiten mit bloßem Auge erkennen (z.B. Haarlinge, rote Vogelmilbe und Läuse). Wenn der Verdacht besteht, dass ein Degu mit Ektoparasiten befallen ist, sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden, der die Parasiten bestimmen und eine Therapie einleiten kann.

Behandlungsmöglichkeiten: Haarlinge, Läuse und Flöhe lassen sich gut mit Selamectin (Stronghold) behandeln, welches als Spot-on-Präparat in den Nacken verabreicht wird und bei allen Gruppenmitgliedern anzuwenden ist. Die Gabe erfolgt in der Regel zweimal im Abstand von 3-4 Wochen. Dabei kann es in seltenen Fällen zu einer lokalen Reaktion der Haut kommen, die sich u.U. in Haarausfall äußert. Bei Degus sollte von Bade- oder Puderbehandlungen abgesehen werden.
Die Behandlung umfasst auch die gründliche Säuberung des Käfigs und der Gebrauchsgegenstände. Die Nutzung eines Dampfreinigers hat sich hier bewährt. Auch eine Hitzebehandlung der Gebrauchsgegenstände für ca. 30 Minuten bei 80-100 Grad im Backofen kann zielführend sein. Im Zweifelsfall sollten die Gegenstände ersetzt werden.

Die Bekämpfung von roter Vogelmilbe oder tropischer Rattenmilbe gestaltet sich je nach Befall leider deutlich aufwändiger, da die Parasiten nicht auf dem Wirt leben, sondern diesen nur zum Blutsaugen aufsuchen und ihre Nester regelmäßig auch außerhalb des Käfig in dunklen Bereichen haben. Möchte man die Bekämpfung auf biologischem Weg durchführen, gibt es sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Raubmilben (z.B. Dutchys und Androlis Raubmilben von Refona), welche natürliche Feinde der blutsaugenden Milben sind. Hierzu am besten den Käfig in einem ersten Schritt gründlich reinigen und die Einrichtungsgegenstände entweder entsorgen oder im Backofen bei 80-100 Grad für ca. 30 Minuten erhitzen. Die Raubmilben in reichlicher Anzahl nach Angabe des Herstellers ausbringen und alle Degus zusätzlich mit Stronghold behandeln.
Handelt es sich um einen sehr starken Befall (insbesondere eines größeren Tierbestandes) und soll die Bekämpfung möglichst kurzfristig erfolgen, so ist der Einsatz von Chemie nicht zu umgehen. Hier ist die Behandlung der Käfige und der Umgebung z.B. mit Ardap Ungezieferspray möglich. Auch der Einsatz eines sog. Foggers, mit dessen Hilfe der Raum vernebelt wird, ist möglich. In diesen Fällen ist jedoch zwingend das vorübergehende Auslagern der Degus angezeigt und eine exakte Beachtung der Sicherheitshinweise auf den Produkten.
Kieselgurpulver hat seine Stärke eher in der vorbeugenden Anwendung. Ein bereits deutlicher Befall mit roter Vogelmilbe konnte damit nicht erfolgreich bekämpft werden.

Endoparasiten
Endoparasiten finden wir meistens im Magen-Darm-Trakt, auch wenn es Parasiten gibt, die andere Organe befallen können. Es finden sich bei Kotuntersuchungen vor allem Giardien, Kokzidien, Rundwürmer und Bandwürmer. Häufig geht ein Befall auch ohne klinische Symptome einher.
Zu den Symptomen eines Endoparasitenbefalls im Magen-Darm-Trakt gehören Durchfall, Abmagerung, struppiges Fell und Schwäche. Häufig sind Jungtiere, immungeschwächte oder alte Tiere betroffen. Auch hier sollte bei einem Verdacht umgehend der Tierarzt aufgesucht werden. Eine Kotuntersuchung gibt Aufschluss über die Art des Parasiten und der Tierarzt kann danach die Behandlungsstrategie festlegen.

Behandlungsmöglichkeiten: Giardien und Rundwürmer lassen sich mit Fenbendazol (Panacur) behandeln, welches von den Degus in der Regel gut vertragen wird. Bei Verdacht oder gesichertem Nachweis von Bandwurmbefall ist meist eine einmalige Gabe von Praziquantel zielführend. Ggf. ist eine weitere Gabe nach zwei Wochen angezeigt. Es genügt die Behandlung des betroffenen Tieres. Kokzidien sind z.B. mit Toltrazuril (Baycox) zu behandeln. Auch hier sollte eine Therapie der ganzen Gruppe und die Einbeziehung des Käfigs erfolgen. Prophylaktisch ist auf gute Hygiene und Haltungsbedingungen sowie ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu achten, da Tiere mit einem starken Immunsystem seltener schwerwiegende klinische Symptome entwickeln.

Eine parasitäre Erkrankung, die nicht den Darm betrifft, ist die Toxoplasmose. Oozysten des Erregers Toxoplasma gondii werden über infiziertes Futter aufgenommen und können dann in verschiedene Organe gelangen. Häufig verläuft dieser Befall unbemerkt und es treten nie klinische Symptome auf, es kann jedoch auch zu schweren Symptomen kommen, die eventuell sogar zum Tod des Tieres führen können. Dazu gehören: Abmagerung, Durchfall, Lungenentzündungen, Atemnot, Krämpfe, Lähmungen, Augenausfluss, Aborte und Totgeburten bei trächtigen Weibchen. Es kann eine Therapie mit Sulfonamiden und/oder Trimethoprim versucht werden. Die Prognose ist abhängig von der Schwere der Erkrankung.

Pilzerkrankungen
Wie fast alle Heimtiere können auch Degus Hautpilze bekommen. Es handelt sich dabei um winzige Organismen, die sich auf der Haut und im Fell ansiedeln. Sie verbreiten sich durch Pilzsporen, teilweise durch direkten Kontakt, jedoch unter Umständen auch durch Gegenstände oder z.B. das Futter. Infizierte Tiere können auch symptomlos sein, dennoch die Pilzsporen auf Artgenossen übertragen. Eine Übertragung auf den Menschen oder andere im Haushalt lebende Tiere ist ebenfalls möglich, weshalb auf besondere Hygiene im Umgang mit betroffenen Tieren geachtet werden muss. Auch bei Pilzerkrankungen sind selten alle Degus der Gruppe befallen - oft trifft es nur bereits geschwächte und anfällige Tiere!

Pilze zeigen sich anfangs meist durch recht typische Hautveränderungen - kreisrunde, haarlose Stellen überwiegend am Kopf, Hals, rund um die Augen, der Ohrennähe oder den Beinchen. Die Haut ist an den betroffenen Stellen oft trocken, gerötet und / oder geschuppt. Im Verlauf der Erkrankung kann sich der Pilz stark ausbreiten. Damit verbunden sein kann ein Juckreiz. Das Krankheitsbild muss jedoch nicht immer so eindeutig sein. Zur Diagnose ist zwingend ein Tierarzt hinzuziehen, welcher Hautgeschabsel und Haare entnimmt und entweder einen mikroskopischen Nachweis führt oder die Proben an ein Labor zur Anzucht der Pilze sendet. Der Tierarzt legt dann auch die Behandlung fest. Hierbei gibt es verschiedene Salben, Sprühlösungen u.ä. Die Heilung kann sich über längere Zeit hinwegziehen und sollte auf jeden Fall über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen erfolgen. Therapiebegleitend sollten auch der Käfig und die Gegenstände desinfiziert werden, um eine Neuansteckung zu verhindern.

Das Bild hat uns Tati zur Verfügung gestellt - danke! Ihre Degus wurden bei einem Pilzbefall über einen längeren Zeitraum mit Likuden-Tabletten behandelt, was auch zum Erfolg führte.