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Zufüttern und Zwangsernährung

Krankheiten, Zahnprobleme, Unterstützung nach Operationen oder auch Altersschwäche können es nötig machen, Degus zuzufüttern. Sei es unterstützend oder sogar durch Zwangsernährung - hier findet ihr ein paar Tipps, die bei unseren eigenen Degus halfen von anderen schon häufig in gleicher oder leicht abgewandelter Form angewendet wurden.

Umso näher die Ernährung während Krankheiten der normalen Ernährung entspricht, umso besser wäre dies. Denn eine Nahrungsumstellung kann sich auch negativ auf die Verdauung auswirken. Dennoch ist es in manchen Fällen unumgänglich, die Fütterung abzuwandeln.

Testet ein wenig aus, welche Zusammensetzung eure Degus mögen. Unserer Erfahrung nach, nehmen Degus einen Brei mit Haferflocken (evtl. Instantflocken, die sich gut auflösen), Babybrei (z.B. Karotte, Gemüse, Pastinake) und Fertigbreipulver oder Heustaub bereitwillig und häufig ohne Zwang an.

  • Etwas Karottenbabybrei verwenden viele als Grundlage, da er von den meisten Degus gerne gefressen wird. Sehr gut dosieren, mit Wasser anmischen und vor allem lagern lässt sich auch das feine Karottengranulat von ⇒ Hansemanns Team.
  • Da Rohfaseranteile sehr wichtig sind, mischen wir unter den Brei immer noch gemahlene Heucobs oder auch Heustaub (man kann z.B. das Kleinzeug verwenden, was sich in den Heutüten unten sammelt). Auch können getrocknete Blätter, Kräuter, Blüten z.B. in einem Thermomix oder einer Moulinette (Vorsicht! Sehr staubig) zerkleinert und dem Brei zugegeben werden.
  • Von Tierärzten wird oft Critical Care, RodiCare instant oder Herbi Care plus empfohlen. Ihr könnt es meist über euren Tierarzt beziehen oder aber auch im Internet z.B. unter ⇒ Tiershop bestellen. Eine sehr gute Alternative zu den genannten Fertigbreien (da ohne Zusatzstoffe) ist der sog. Päppelbrei von ⇒ Ringelzahn & Löwenblume
  • Bei Degus, die stärker abgenommen haben bzw. dringend Energie benötigen, kann man auch Haferflocken oder geriebene Nüsse untermischen. Wenn Spritzenfütterung vorgesehen ist, dann am besten Instantflocken verwenden und die gemahlenen Nüsse nochmal durch ein Sieb geben, um grobe Bestandteile, welche die Spritze gerne verstopfen, auszusortieren.
  • Bene-Bac kann z.B. nach der Gabe von Antibiotika und bei Problemen mit Durchfall unterstützend untergemischt werden. Es enthält Bakterien, die für einen gesunden Darm und zur Unterstützung der Darmflora wichtig sind. Bene-Bac gibt es als türkis-grünes Gel in Tuben oder auch in Pulverform. Ihr bekommt es ebenfalls beim Tierarzt oder z.B. bei ⇒ Tiershop.

Spritze zum Zufüttern von Degus

Es kann zunächst versucht werden, dem Degu den angemischten Brei auf einem kleinen Tellerchen anzubieten. Viele Tiere fressen ihn so bereits freiwillig. Wenn Degus das Futter jedoch nicht bereitwillig aufnehmen, zieht den Brei mit einer Einwegspritze (natürlich ohne Nadel) auf. Dazu muss der Brei möglichst fein sein, damit er nichts verstopft. Sehr bewährt haben sich hier 1 ml Spritzen, von denen der vordere schmale Teil abgeschnitten wurde (siehe Foto).

Einen Degu zu halten und gleichzeitig zu füttern, ist oft gar nicht so einfach und braucht fast immer etwas Geduld. Bei manchen Degus klappt es noch am besten, indem man den Degu in ein Handtuch einwickelt, so dass er nicht mehr so einfach strampeln kann. Die Spritze führt man seitlich hinter den Schneidezähnen in das Maul ein (dort befindet sich eine sehr große Lücke zwischen Schneide- und Backenzähnen) und gibt immer eine kleine Menge (ca. 0,2-0,4 ml) ein. Bitte erst wiederholen, wenn der Degu geschluckt hat und immer darauf achten, dass er sich nicht verschluckt! Degus, die Spritzenfütterung nicht gewöhnt sind, benötigen oft eine gewisse Zeit, bis sie sich an das Procedere gewöhnen. Auch der Halter muss sich auf das Tier einstellen, denn jeder Degu ist da ein wenig anders. Manche möchten die Spritze ins Maul geschoben bekommen, andere mögen lieber den Brei von der Spritze, die außerhalb des Mauls bleibt, wegfressen. Manche Degus kauen auch Brei sehr intensiv und lange, andere schlucken ihn schnell hinunter. Habt hier mit euch und dem Tier zunächst viel Geduld und lasst euch Zeit. Meist entwickelt sich im Laufe der Tage eine gewisse Routine und das Zufüttern wird leichter. Muss man den Degu anfangs oft noch stärker fixieren, ist auch das meist nach ein paar erfolgreichen Fütterungsrunden gar nicht mehr notwendig, da sich gegen das Füttern nicht mehr gewehrt wird, sondern freiwillig erfolgt. 
Auch kommt es durchaus vor, dass Degus anfangs nicht schlucken möchten. Dann braucht es besonders viel Geduld. Bleibt in einer solchen Situation vor allem ruhig. Manchmal muss dann die Fixierung gelöst und der Degu kurz (z.B. in eine Transportbox) abgesetzt werden. Oft beginnt er dann zu kauen und zu schlucken. Hat er dies ein paar Mal vollzogen, wird es auch bei gleichzeitiger Fixierung funktionieren. Einige Degus müssen einfach erst „auf den Geschmack“ kommen. 

Ist der Degu soweit fit, hat Appetit und nimmt Nahrung freiwillig auf, so kann für eine schnelle Gewichtszunahme auch noch folgendes angeboten werden:
Haferflocken und ggf. etwas gemahlene Nüsse werden mit ein wenig Wasser zu einem relativ festen Haferbrei verkocht, zu Kugeln geformt und dem Degu direkt in die Pfoten gereicht. Hierbei handelt es sich um ein sehr energiereiches Zusatzfutter, welches von den allermeisten Tieren gerne gefressen wird. Aber bitte übertreibt nicht, denn Getreide sollte die Ausnahme in der Deguernährung bleiben.

Wichtig:
Zögert bitte nicht mit einem Tierarztbesuch! Diese Seite kann nur ergänzende Tipps geben. Gerade bei Gewichtsabnahme sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, der vor allem die Zähne der Degus genauer unter die Lupe nimmt. Wir empfehlen auch, das Gewicht eurer Degus selber regelmäßig zu kontrollieren. Dazu eignet sich eine Küchen- oder auch eine Briefwaage mit grammgenauer Anzeige.

Achtet zudem sehr darauf, dass kranke Tiere genug trinken. Mischt den Brei ggf. lieber mit etwas mehr Wasser an, um die Flüssigkeitsaufnahme zu sichern.

Gerade wenn ein Degu längere Zeit nur Brei aufnimmt, solltet ihr die Zähne im Auge behalten und bei Auffälligkeiten einen Tierarzt aufsuchen. Denn durch den Brei reduziert sich der normale Zahnabrieb.